Keywords finden: So funktioniert eine saubere Keyword-Recherche
Keyword-Recherche bedeutet nicht, möglichst viele Suchbegriffe in eine Liste zu schreiben. Ziel ist, die Suchsprache deiner Zielgruppe zu verstehen und daraus eine Seitenstruktur abzuleiten, in der jede wichtige Suchintention eine passende Zielseite erhält.
1. Starte mit Leistungen, Problemen und Fragen
Beginne nicht mit einem Tool, sondern mit dem Geschäft. Welche Leistungen verkaufst du? Welche Probleme lösen sie? Welche Fragen stellen Kunden vor dem Kauf? Welche Begriffe verwenden Kunden selbst – und welche Fachbegriffe verwendest nur du?
Inhaltsverzeichnis
ToggleAus diesen Ausgangsthemen entstehen sogenannte Seed Keywords. Beispiele für eine lokale Agentur könnten „Local SEO“, „Google Unternehmensprofil optimieren“, „Google Bewertungen löschen“, „WordPress Wartung“ oder „Webdesign Hannover“ sein.
2. Unterscheide Suchintentionen
Zwei Keywords können ähnlich aussehen und trotzdem unterschiedliche Seiten benötigen. Typische Intents sind:
- informational: „Was ist Local SEO?“
- commercial investigation: „beste SEO Agentur auswählen“
- transactional: „SEO Agentur Hannover beauftragen“
- local: „Fotograf in der Nähe“
- diagnostisch: „warum ist meine Seite nicht bei Google?“
Die Suchintention entscheidet darüber, ob ein Ratgeber, eine Leistungsseite, ein Vergleich, ein Rechner oder ein Tool die bessere Zielseite ist.
3. Nutze mehrere Datenquellen
Keine einzelne Quelle zeigt das vollständige Bild. Sinnvoll sind unter anderem:
- Google Search Console: zeigt Suchanfragen, für die deine vorhandenen URLs bereits Impressionen oder Klicks erhalten.
- Google Keyword Planner: liefert Keyword-Ideen und Nachfrage-Schätzungen für Google Ads.
- Google-Suchergebnisse: zeigen, welche Seitentypen Google für eine Suchanfrage bevorzugt.
- Kundenfragen, Vertrieb und Support: liefern oft Suchformulierungen, die Tools nicht sauber erfassen.
- Wettbewerber: zeigen Themenlücken, aber nicht automatisch die richtige Strategie für deine Website.
4. Prüfe die SERP vor der Seitenerstellung
Bevor du eine neue URL erstellst, suche das Hauptkeyword und einige Varianten. Wenn Google überwiegend Leistungsseiten zeigt, ist ein weiterer 5.000-Wörter-Ratgeber möglicherweise der falsche Seitentyp. Wenn überwiegend Ratgeber ranken, wird eine kurze Verkaufsseite die Suchintention womöglich nicht erfüllen.
Prüfe außerdem, ob mehrere deiner bestehenden Seiten bereits auf denselben Intent zielen. So vermeidest du neue Kannibalisierung.
5. Gruppiere Keywords nach Intent statt nur nach Wortähnlichkeit
Ein Keyword-Cluster sollte Begriffe zusammenfassen, die dieselbe Nutzerfrage beantworten können. „SEO Agentur auswählen“, „gute SEO Agentur finden“ und „woran erkennt man eine gute SEO Agentur“ können typischerweise auf dieselbe Zielseite. „SEO Agentur Kosten“ kann dagegen einen eigenen Kostenintent haben.
6. Erstelle ein Keyword-to-URL-Mapping
Nach der Recherche sollte jedes wichtige Cluster einer bestehenden oder geplanten URL zugeordnet werden. Eine einfache Tabelle enthält mindestens:
- Keyword/Cluster,
- Suchintention,
- geplante Ziel-URL,
- Seitentyp,
- vorhandene Rankings/Impressionen,
- interne Linkquellen,
- Status KEEP / REWRITE / MERGE / NEW.
Dieses Mapping verhindert, dass später fünf Artikel für dieselbe Frage entstehen.
7. Priorisiere nach Geschäftswert und Chance
Suchvolumen allein ist kein Prioritätssystem. Ein Keyword mit geringerem Volumen kann deutlich wertvoller sein, wenn die Suchintention nah an einer Beauftragung liegt. Berücksichtige deshalb:
- Relevanz für das eigene Angebot,
- Conversion-Nähe,
- bestehende Sichtbarkeit,
- Wettbewerbsstärke,
- notwendigen Aufwand,
- interne Expertise und Belegbarkeit.
8. Long-Tail bedeutet nicht automatisch „leicht“
Längere Suchanfragen sind häufig spezifischer, aber nicht automatisch einfach zu ranken. Entscheidend bleibt, wie stark der Wettbewerb ist und ob deine Seite die Suchintention besser erfüllt als bestehende Ergebnisse.
9. Keywords gehören nicht mechanisch in jeden Absatz
Nach der Auswahl müssen Begriffe natürlich in den Inhalt integriert werden. Wichtig sind ein präziser Seitentitel, eine klare H1, passende Zwischenüberschriften, verständlicher Text und semantisch verwandte Begriffe. Keyword-Stuffing verschlechtert Lesbarkeit und schafft keinen nachhaltigen Vorteil.
Wie du Begriffe sinnvoll einsetzt, erklärt unser Leitfaden Keywords richtig einsetzen.
10. Nutze bestehende Search-Console-Daten
Wenn eine URL bereits Impressionen hat, solltest du vor einem neuen Artikel prüfen, für welche Suchanfragen sie erscheint. Oft ist eine bestehende Seite näher am Ziel, als eine neue URL vermuten lässt. Unser Artikel Welche Keywords hat meine Seite? erklärt diese Analyse.
Wie könnte ein Keyword-Struktur-Tool aussehen?
Ein späterer RS-Keyword-/Intent-Checker könnte eine Domain oder eine einzelne URL analysieren und daraus eine strukturierte Empfehlung erzeugen. Sinnvolle Ausgaben wären:
- erkennbarer Hauptfokus aus Title, H1 und Inhalt,
- mehrere thematische Keyword-Cluster,
- mögliche Suchintentionen,
- Hinweise auf konkurrierende URLs derselben Domain,
- fehlende oder doppelte Zielseiten,
- Vorschlag KEEP / REWRITE / MERGE / NEW,
- Vorschlag für Title und Meta Description,
- interne Linkquellen und Anchor-Ideen.
Mit verbundenen Search-Console-Daten könnte das Tool zusätzlich echte Impressionen und Suchanfragen berücksichtigen. Ohne diese Daten sollte es klar zwischen Onpage-Themenanalyse und realen Google-Queries unterscheiden.
Keyword-Recherche ist Architekturarbeit
Eine gute Recherche endet nicht mit einer Excel-Liste. Sie entscheidet, welche Seiten deine Website benötigt, welche bestehenden Seiten gestärkt werden und welche Dubletten besser zusammengeführt werden. Für die anschließende Konkurrenzprüfung hilft unser SEO-Wettbewerbsanalyse-Pillar.
